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Die nachfolgenden Archivdokumente zeigen den Lebenslauf, das Gutachten und den Reifeprüfungsaufsatz des Schülers Markus. Den Inhalt des Reifeprüfungsaufsatzes des Schülers Markus empfinden wir heute als äußerst befremdlich, rassistisch, chauvinistisch und menschenverachtend und lehnen daher ein solches Gedankengut entschieden ab.  An der Antwort des Schülers kann man deutlich erkennen, welche Auswirkungen die Verbreitung das nationalsozialistische Gedankengutes und die Indoktrination auf damalige Schüler und Jugendliche hatte. Der Reifeprüfungsaufsatz wird daher hier rein zur historischen Dokumentation abgebildet. Fehler aus dem Original wurden überwiegend beibehalten. Der Verständlichkeit halber wurden einige Grammatik- und Kommafehler korrigiert. Wir empfehlen euch, diese Dokumente zusammen mit euren LehrerInnen zu lesen und zu besprechen.

✎  Transkript: Angeliki Karagianni, Alexandra Efthymiou, Thomas Karalis

Lebenslauf - Transkript des Lebenslaufs:

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Athen, den 08.03.1944

Hiermit bitte ich, zur Reifeprüfung zugelassen zu werden.

Unterschrift des Schülers

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Ich,_______, wurde am 1. August 1926 in Athen als Sohn des __________ geboren. Mein Vater, Oberst a.D., wurde ebenfalls in Athen geboren. Mein Großvater stammt aus einer Familie, die viele Generationen hindurch in einem Dorf zwischen Epirus und Mazedonien lebte. Er ist vor drei Jahren als General a.D. gestorben. Sein Sohn_________ betrat gleichfalls die militärische Laufbahn, besuchte die Offiziersschule in Athen. Im Weltkrieg verzichtete er darauf, gegen Deutschland zu kämpfen und wurde mit vielen anderen griechischen Offizieren als freiwilliger Gefangener nach Görlitz geführt, wo er meine Mutter, ________, kennenlernte. Diese stammt aus einer hugenottischen Bauernfamilie und wurde in Ostpreußen geboren. Kurz vor dem Weltkrieg siedelte ihre Familie nach Görlitz über.

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Nach Vollendung meines fünften Lebensjahres wurde meine Mutter wegen der unbeschreiblichen Mißhandlungen von seiten meines Vaters, deren Zeugen oft mein drei Jahre älterer Bruder und ich waren, genötigt, den Schutz des Gerichtes aufzusuchen. Zwar erreichte sie nicht (?) eine Scheidung, doch lebte sie seitdem mit mir getrennt von ihrem Mann, der meinen Bruder auf Grund des Gerichtsurteils behielt. Sie lernte darauf einen in Galatz (Rumänien) geborenen Griechen, Johann ______, kennen, der mein zweiter, wahrer Vater wurde. Er war Ingenieur, verdiente viel Geld, wenn er zu Arbeit kam, aber er hatte keine sichere Stellung und war sehr wenig wirtschaftlich. An der Seite meiner Mutter, die eine echte deutsche, saubere und wirtschaftliche Hausfrau ist, begann er sein Leben nochmals aufzubauen. Allmählich besserten sich im Laufe der Jahre unsere Verhältnisse.

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Mein neuer Vater bekam eine gute Stellung in der Autofabrik „Ford“, ebenfalls meine Mutter in der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft (A.E.G.). Es gelang ihr später die Scheidung zu erreichen, sowie meinen Bruder für uns zu bekommen, und sie heiratete zum zweiten Mal.

Inzwischen beendete ich in einer griechischen Privatschule die sechs Grundschulklassen und machte das Gymnasium in der Deutschen Schule Athens durch. In den Sommerferien der Jahre 1936, 1938, 1939 und 1943 konnte ich für je drei Monate die Verwandten meiner Mutter in Deutschland besuchen.

Meine besondere Neigung gilt den naturwissenschaftlichen Fächern und dem Sport, daneben habe ich starkes Interesse für Geschichte und deutsche Literatur. Ich habe vor, Elektrobauingenieur zu werden, womöglich die Doktorprüfung zu bestehen

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und mich gleichzeitig in der Rundfunkforschung zu spezialisieren. Zu erwähnen ist noch eine gewisse Begabung und hohes Interesse für Musik und fremde Sprachen.

Das Gutachten der Lehrer

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Der Reifeprüfungsaufsatz des Schülers Markus - Transkript des Reifeprüfungsaufsatzes im Fach Deutsch 1944, Thema: "Bedarf der Staat einer Aristokratie"

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Athen, __8.3.44

Hiermit bitte ich um die Zulassung zur Reifeprüfung

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Theoretisch ist jede Staatsform eine Aristokratie, eine Herrschaft der Besten. Nur die Besten sollen die Führung eines Staates übernehmen, das ist der Wunsch jeder Nation. Damit ist einwandfrei die Antwort gegeben: jeder Staat bedarf in jedem Fall einer Aristokratie. Es ist weiterhin selbstverständlich, daß die Möglichkeit einer wirklichen Aristokratie bei verschieden(en) Staatsformen verschieden groß ist: eine Republik oder Demokratie umfasst recht selten nur die Besten eines Volkes. Deutliche Beispiele liefert uns hierfür die Geschichte. Die nordischen Einwanderer, die sich während der großen indogermanischen Landnahme 

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von England bis Südasien ausbreiteten, unterwarfen überall die Eingeborenen und setzten sich als dünne Herrenschicht in Indien und Persien als Arier fest. Solange nun diese nordische Herrenschicht rein blieb (,) konnten die indogermanischen Weltreiche Persiens, Griechenlands, Roms bestehen. Sobald sie sich mit den Einheimischen vermischte, gingen diese Reiche zugrunde. Auf Persien folgte Athen mit seiner Demokratie, die von der spartanischen Aristokratie besiegt wurde, auf Athen Rom.

Unter solchen Beispielen und Voraussetzungen ist es bereits klar, daß die nordisch indogermanische Herrenschicht die wirkliche und echteste Aristokratie darstellt. Es ist also auch weiterhin einzusehen, warum die germanischen Völker des Abendlandes die Führung der Welt übernommen haben, weil Europa der Lage nach der Mittelpunkt der Welt ist und der Kern und Ausgangspunkt der germanischen Rasse. Deshalb brachte gerade das Deutsche Reich die idealste und vor allem die beständigste Aristokratie hervor, die ihre erste Ausdrucksform in (dem) mittelalterliche Rittertum gefunden hat.

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Das Rittertum, (ursprünglich) aus germanischen Bauernsöhnen stammend, (stellt) seit den Kreuzzügen die Führer der Nationen. Das germanische Abendland nahm dankbar das Erbe (seiner) gleichrassigen Vorgänger am Mittelmeer auf und gestaltete es zu der heutigen Vollkommenheit. Das Deutsche Reich des Mittelalters übernahm die Führung des Abendlandes, das Deutsche Reich führt heute Europa. Endlich haben die alten germanischen Stämme die Verbindung mit der Urheimat gefunden, wenn auch als vielfach vermischte, scheinbar fremdrassige Völker. Die Völker Europas werden sich zu der großen germanischen Völkerfamilie unter Führung Deutschlands zusammenfinden, zu friedlichem Schaffen und zur Sicherung Europas gegen die drohenden Erdteile. Eine Vorbereitung zur Vermeidung eines zweiten Bruderkriegs gegen Anglo-Amerika, wie auch eines Rassenkampfes mit Asien.

Frankreich, als typisches Beispiel der Gegenwart, hat seine Rolle als europäische Macht ausgespielt: eine Folge der laufenden Entnordung während der ganzen Geschichte dieser Nation. Ebenfalls Rußland seit (dem) Hunneneinbruch und besonders seit der 200-jährigen Knutenherrschaft der (Goldenen) Horde.

Diese Folge der (Durchmischung) Zersetzung

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der nordischen Aristokratie durch fremdrassiges Blut sind ein mahnendes Beispiel für Anglo-Amerika, insbesondere, da sie im eigenen Erdteil die berüchtigte Halbvermischung (Mestizen!) Ibero-Amerikas erleben. Die U.S.A. haben bereits große Aufregung wegen der „gelben Gefahr“ erregt, es ist aber merkwürdig, daß sie von einer „schwarzen Gefahr“ nicht viel reden.

Der Neger-Erdteil Afrika, der Indianer-Erdteil Amerika, von Australien gar nicht zu sprechen, sind Kolonien des germanischen Europas geworden, weil deren Einwohner, Neger, Indianer oder gar Australier, auf einer niedrigere(n) Entwicklungsstufe stehen als die Weißen. Daß eine so ausgeprägte Kolonisierung mit Asien nicht stattgefunden hat, daß heute in Asien selbständige Nationalstaaten entstehen, ist ein (Beweis) dafür, daß dort ebenfalls starke, hochentwickelte Rassen vorhanden sind.

Das aino-malaiische Japan hat heute die Führung Groß-Ostasiens übernommen. Die japanische Aristokratie der Samurai hat sich zu der Auslese der heutigen japanischen Staatsführung allgemein entwickelt, die die Garantie für die Macht und Kulturhöhe Japans gewährleistet. Japans enge Beziehungen

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zu Deutschland stellen die Garantie einer Vermeidung zukünftiger Rassenkämpfe, unter beiderseitigem Kulturaustausch und friedlicher Zusammenarbeit.

Die biologischen Erkenntnisse der Neuzeit haben (auf) jedem Gebiet des menschlichen Denkens revolutionär und aufklärend gewirkt, und haben die wissenschaftliche Bestätigung der Aristokratie gebracht. Deutschland als Kern der germanischen Kultur des Abendlandes hat in diesem Geist die Idee der ritterlichen Aristokratie wieder aufgenommen und pflegt bewußt die Auslese der Besten seines Volkes. In den Adolf Hitlerschulen, später als Junker in den Orden werden sie zu der kommenden ritterlichen Aristokratie herangebildet. Dieser Gedanke(n) der Aristokratie und des aus nordischem Fühlen und Denken entsprungenen Nationalsozialismus ist heute das leuchtende Beispiel für die Völker Europas. Eine Zusammenarbeit der europäischen Völker als Nationalstaaten, eine Förderung des wertvollen Erbgutes, d.h. eine bewußte Auslese der Besten: das ist das Europa der Zukunft, das ist Aristokratie. 

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Gutachten des Lehrers: Inhaltlich bringt die Arbeit eine Reihe kluger Gedanken zur gestellten Frage und besticht durch ihre scharfe Zuspitzung auf die heutigen Verhältnisse, was für das politische Verständnis des Verfassers spricht. Leider weist die äußere Form so erhebliche Mängel im Ausdruck, R und Gr auf, dass sie nur als Befriedigend zu bezeichnen ist.

Klassenleistung: Befriedigend 

Rudolph